Kroatiens Weg in die EU

Kroatien ist seit 01.07.2013 das neueste Mitglied der Europäischen Union und damit ein weiterer europäischer Vertreter auf dem Balkan, aber der Beitritt Kroatiens in die EU war nicht unumstritten. Zunächst sind da die grundsätzlichen Kritiker der EU-Erweiterungspolitik gen Osten und zum anderen befürchtet man konkret, dass Kroatien – ähnlich wie Rumänien und Bulgarien – noch nicht reif für den Beitritt war. Abgesehen davon, dass der Vergleich Kroatiens mit Rumänien und Bulgarien schon angesichts von Millionen Touristen aus Europa hinkt, haben die grundsätzlichen Kritiker den Sinn der Europäischen Union als friedensstiftende Gemeinschaft noch nicht ganz verstanden.

Das Beitrittsangebot der Europäischen Union an die Länder des Balkans, darunter auch Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien und Mazedonien stammt immerhin schon aus dem Jahr 2003 und wurde anlässlich eines Europäischen Gipfeltreffens vom 19. bis zum 21. Juni 2003 in der Agenda von Thessaloniki festgehalten. Bei aller berechtigter Kritik an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Kroatiens und den Staatsfinanzen muss man bedenken, dass seit Ende des Bürgerkrieges auf dem Balkan ein gravierender Wandel eingesetzt hat, der durch die Aufnahme der beteiligten Länder in die EU grundlegend abgesichert werden kann. Dies ist eine historische Chance, die einen dauerhaften Frieden auf dem Balkan schaffen kann.

Der Weg Kroatiens in die Europäische Union darf durchaus als steinig bezeichnet werden, da die politischen Gremien der EU – nach den schlechten Erfahrungen mit Rumänien und Bulgarien – deutlich genauer hinschauten und sog. Benchmarks setzten, aber auch politische Kräfte im Inland das EU-Beitrittsverfahren politisch immer wieder bekämpften. Vor allem die konstruktive Kooperation mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien war eine schwierige Hürde.

Ob der Beitritt zur Europäischen Union auch für die Kroaten – insbesondere für die junge Bevölkerung – zum Erfolgsmodell wird, hängt entscheidend davon ab, ob sich das wirtschaftliche Wachstum stabilisiert und Arbeitsplätze schafft. Allein der prosperierende Tourismus in Kroatien ist dazu nicht der Lage, auch wenn der Urlaub in Kroatien wieder zunehmend beliebter wird.

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